"Unsere Mutterkirche": Die offene Kirche St. Simeonis

"Mutter und Tochter" - so verhalten sich die im Jahre 1214 geweihte St.Simeonis-Kirche in Mindens südlicher Altstadt und die 1964 eingeweihte St.Thomaskirche in Rodenbeck zueinander.
Einstmals als 1.(St.Simeonis) und 2.(St.Thomas) Pfarrbezirk der Ev.Luth. St.Simeonis-Kirchengemeinde rechtlich miteinander verbunden, wurden sie vor zwölf Jahren im Rahmen der Neustrukturierung der Innenstadtgemeinden auf zwei verschiedene Gleise gestellt: Die "alte Kirche" St.Simeonis verlor Pfarrbezirk und Pfarrstelle, die beide im Rahmen einer Umstrukturierung der Innenstadt gemeinden aufgelöst wurden. Die damaligen rund 1450 Gemeindemitglieder wurden zur Hälfte an die St.Martini-Kirche abgegeben, zur anderen Hälfte wurden sie der St.Thomas-Kirche zugeordnet, verblieben also bei der St.Simeonis-Kirchengemeinde - die seitdem in ihrer rechtlichen Struktur (nur) noch aus der "jungen Kirche" St.Thomas mit dem Pfarrbezirk 2 besteht. Eigentümerin der historischen Altstadtkirche St.Simeonis mit ihrem stadtbildprägenden grünen Turmdach ist nach wie vor die Ev.-Luth.-St.Simeonis-Kirchengemeinde (zuständig: Presbyterium der St.Simeonis-Kirchengemeinde/St.Thomas-Kirche). Die in der St.Simeonis-Kirche stattfindende übergemeindliche (d.h., nicht auf eine bestimmte Kirchengemeinde bezogene) Arbeit geschieht seit 2004 aufgrund eines Nutzungvertrages in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Minden (zuständig: Kuratorium der Offenen Kirche St.Simeonis/Ev.Kirchenkreis).
"In Minden - für Minden".
"Offen für Gott - offen für Menschen"
Unter diesem zweifachen Motto hat sich die "Offene Kirche" in den Jahren ihres Bestehens  mit dem Konzept der "offenen Kirche" zu einem gut besuchten Ort in Minden mit zahlreichen Angeboten der Spiritualität, Kultur, Seelsorge und Begegnung entwickelt. In Kooperation und gemeinsamen Projekten mit vielfältigen Institutionen und Initiativen in Minden spielt sie eine wichtige Rolle für Quartiersentwicklung und Stadtidentität, für evangelisches Profil im pluralistischen Miteinander. Die Offene Kirche St.Simeonis hat einen schwierigen Auftrag: sie soll die über 800 Jahre alte Kirche baulich erhalten und mit Leben füllen, trotz der "4 O´s": ohne eigene Gemeinde, ohne eigene Mitglieder, ohne eigenes Personal, ohne mitgliederbezogene Kirchensteuermittel (und ohne zusätzliche Mittel aus der Finanzgemeinschaft der Synode). Dass sie ihre Aufgabe bislang dennoch erfolgreich gemeistert hat und auch mit gutem Mut in die Zukunft schauen kann, verdankt sie in besonderer Weise dem Team der Ehrenamtlichen - die Gastgeberinnen und Gastgeber, die aus ganz verschiedenen Ecken unseres Kirchenkreises kommen, halten die Kirche Dienstag bis Samstag 11-17 Uhr jeweils in 2-Stunden-Schichten für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Ebenso unverzichtbare Stütze ist der Förder- und Freundeskreis der Offenen Kirche St.Simeonis - der geringe monatliche Beitrag von 1€ (12€ im Jahr) macht es fast jedermann möglich, Fördermitglied zu werden und mitzuhelfen, dieses altehrwürdige und liebenswerte architektonische Kleinod im Herzen Mindens zu erhalten.


Andreas Brügmann