Tautropfen

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Einfach nur Wasser

Wie oft habe ich heute wohl schon einen Wasserhahn aufgedreht? Ich habe nicht mitgezählt. Weil es einfach selbstverständlich ist. Wir drehen den Hahn auf, und es fließt frisches Wasser. Könnten Sie sich vorstellen, dass das nicht so wäre? Das man zwei Stunden laufen muss, um zur nächsten Wasserstelle zu kommen? Und wenn man sich schon auf einen so langen Weg gemacht hat, dann bringt man nicht nur einen Liter Wasser mit zurück – dann soll es schon etwas mehr sein.

Viele Frauen in Tansania können sich das nur allzu gut vorstellen. Weil sie jeden Tag diese zwei Stunden hin und zwei Stunden zurück zum Wasser laufen müssen. Und auf dem Rückweg transportieren sie einen Eimer auf dem Kopf. Zehn Liter, manchmal zwanzig. Das sind zwanzig Kilogramm! Und sie wissen: am nächsten Tag muss ich wieder los. Denn die Familie braucht Wasser.

Die Frauen könnten sich gut vorstellen, in diesen vier Stunden auch etwas anderes zu machen. Vielleicht das Essen für den Mann und die Kinder vorbereiten. Oder sich um den Gemüsegarten kümmern. Oder die kranken Eltern betreuen. Oder vielleicht einfach nur ein Schwätzchen mit der Nachbarin halten.

Aber das geht nicht. Sie müssen Wasser holen. Und dann ist das Wasser nicht einmal sauber. Es kann Durchfall verursachen oder Hautausschläge.

Das haben uns die Menschen in unserem Partnerkirchenkreis Kaskazini in den Usambarabergen in Tansania immer wieder erzählt. Wie schön das wäre, das Wasser mitten im Dorf zu haben, da wo sie wohnen - und wenn das Wasser sauber wäre.

Dass das kein Traum bleibt, dabei helfen wir mit. Drei Dörfer haben wir nun schon mit finanzieller Hilfe aus dem Kirchenkreis Minden mit sauberem Wasser versorgt. Mit drei Projekten, bei denen die Menschen vor Ort gegraben haben, Leitungen gelegt und Wasserentnahmestellen gebaut haben. Weil es ihnen wichtig war.

Jetzt helfen wir in Mnazi, der Partnerkirchengemeinde von St. Simeonis. Damit die Frauen auch da nicht mehr stundenlang zur Quelle laufen müssen. Damit die Kinder nicht mehr an Durchfall durch schmutziges Wasser erkranken. Und damit die Frauen wieder mehr Zeit gewinnen für das, was ihnen wichtig ist. Weil sie Wasser haben. Einfach nur Wasser.

Thomas Salberg. Pfarrer

Thomas Salberg ist Pfarrer in Friedewalde. Er gehört zum Vorstand des Vereins Mazi kwa woshe (Wasser für alle) und ist seit Jahren in der Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Kaskazini engagiert. Gerade unterstützt er zusammen mit den anderen Mitgliedern des Vereins unser Wasserprojekt und kontrolliert Rechnungen, liest Pläne und freut sich über jeden Meter Wasserleitung, der gebaut werden kann

 

Wasser ist etwas wunderbares!

Wasser ist etwas wunderbares. Viele kleine funkelnde Regentropfen auf einem Frauenmantelblatt, majestätisch ziehende Wolken in allen Formen, wunderschöne, filigrane Schneeflocken, gigantische Ströme und Wasserfälle, idyllische Seen. Wasser ist etwas wunderbares. Sogar im ganz wörtlichen Sinn. Ich erinnere mich noch an die Faszination, die mein Chemielehrer für Wasser hatte. Dass dieser Stoff so ist, wie er ist, ist eigenartig und sehr gut für uns. Ich erinnere mich noch an Wasserstoffbrücken, daran, dass es bei 4°C die geringste Ausdehnung hat (komischerweise) und dass darum Eis oben schwimmt (komischerweise), Oberflächenspannung und Experimente mit Schmelz und Siedepunkten, aber genug von der Chemie. Wasser ist nicht nur auf molekularer Ebene faszinierend – es ist die Grundlage allen Lebens. Im Wasser hat es angefangen und Wasser braucht jedes Lebewesen. Bei Pflanzen merkt man das manchmal sehr schnell. Einen Tag vergessen zu gießen und die Blätter hängen schlapp. Aber nicht nur Pflanzen, auch wir brauchen das Wasser: waschen, trinken, kochen, baden, als Transportwege für Schiffe, zur Energiegewinnung, zur Erzeugung von Lebensmitteln. Wasser ist wunderbar. Leider vergessen wir das oft, weil es überall vorkommt und immer verfügbar ist. Fließendes Wasser ist aber keine Selbstverständlichkeit sondern etwas ganz Herrliches! Hier ein paar Ideen, zum bewussten Wahrnehmen von Wasser und zum Genießen:

- Trinken Sie einen Monat lang nur Leitungswasser (ist auch gesund)

- Versuchen Sie sich eine Woche lang sich nur mit einem halben Liter pro Tag zu waschen – nur so als Experiment. Und danach werden Sie Wasser mit anderen Augen wahrnehmen.

- Bei mir hat es zwar noch nie richtig geklappt, aber vielleicht haben Sie ja mehr Glück: Sammeln Sie Wasser aus einem Tümpel, einer Pfütze oder am besten von mehreren Stellen und verschließen Sie es in einem Einmachglas. Nicht mehr öffnen (es stinkt sonst auch irgendwann). Wenn man Glück hat, kann man beobachten, wie sich ein eigenes kleines Ökosystem entwickelt.

- Gehen Sie barfuß durch den Regen – das ist wirklich sehr schön. Oder setzen Sie sich beim nächsten warmen Sommerregen mit Regenjacken raus und lassen Ihr Gesicht beregnen – auch sehr schön.

- Setzen Sie sich an die Weser, schauen den Wasservögeln zu und freuen sich über das viele Wasser. Vielleicht ist ja noch ein Besuch bei der Schiffsmühle drin.

Liebe Grüße, Simon Schu

 

Thomas spezial Wasser

Glaube und Wasser sind wichtig für Menschen

Wasser ist eine Substanz, die sich aus den chemischen Elementen Wasserstoff und Sauerstoff zusammensetzt. Es ist ein unentbehrliches Gut. Es besitzt die wichtige Fähigkeit, viele andere Substanzen aufzulösen. Tatsächlich ist die Vielseitigkeit von Wasser als Lösungsmittel unentbehrlich für lebende Organismen.

Glaube ist Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht in Gott. Er zeigt sich, wenn wir Gott dienen und ihm gehorchen. Im neuen Testament nutzen wir das Wort Glaube, um das griechische Wort pistis zu übersetzen. Ein Bibelwörterbuch erklärt pistis als „eine Annahme, der Vertrauen zu und Zuversicht in Christus vorausgehen“. „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1)

„Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ (Johannes 7, 38)

➔ Wasser ist ein sehr wichtiges Gut für das menschliche Leben. Jesus ist sehr wichtig für das spirituelle Leben. Darum hat er das Thema Wasser mit seiner Person verbunden, weil er so wichtig für das spirituelle Leben von Menschen ist wie Wasser für das physische Leben, für das Wachstum des Körpers, für Aktivität und Entwicklung. Wer an Christus glaubt, in dessen Herzen fließen Flüsse von lebendigem Wasser.

➔ Das Leben von Organismen ist abhängig von Wasser. Darum haben wir die Pflicht, dafür zu sorgen, dass wir sauberes und sicheres Wasser für alle Lebewesen finden, damit wir ihr Leben erhalten.

➔ Der Glaube an Jesus Christus hält unseren Geist gesund, Wasser erhält unseren Körper. Darum nehmen wir Wasser bei der Taufe, um zu zeigen, dass jemand durch Christus neu geboren ist.

➔ In Mnazi benutzen wir im Moment Wasser, um Betonsteine für das Sammelbecken der Wasserleitung herzustellen.

Ich danke unseren Schwestern und Brüdern in Minden, dass sie den Verein Mazi kwa woshe (Wasser für alle) gegründet haben, um Menschen zu helfen, die dringend Wasser brauchen, wie in den tansanischen Orten Shume, Gemai und jetzt bei uns in Mnazi und in allen anderen Gegenden, wo der Verein Wasserprojekte unterstützt und ich danke allen, die dabei helfen. Ich wünsche allen ein langes Leben und Gottes Segen.

Herzliche Grüße Ihr Pfarrer Richard Mavale

Richard Mavale ist Pfarrer in unserer Partnergemeinde Mnazi in Tansania. Er gehört zum Wasserkommitee, das vor Ort den Bau der Leitung organisiert. Seit dem Beginn der Bauarbeiten ist er nicht nur fast zum Ingenieur geworden, sondern nimmt gerne auch selbst die Schüppe in die Hand, um auszuschachten oder Beton anzumischen